Papageienschutz hautnah – mit Expertenwissen und gefiederter Unterstützung

In Österreich besteht immer noch großer Handlungsbedarf in der artgerechten Tierhaltung. Das erfuhr die Klasse 1B im Rahmen eines Projekts im Biologie-Unterricht. Prof. Lisa Schmidt hatte Robert Stangl eingeladen, der sich als ehrenamtliches Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Papageienschutz der Aufklärungsarbeit verschrieben hat.

Die Haltungsbedingungen der meisten Papageien entsprechen nämlich nicht deren Bedürfnissen und Intelligenz. Ganz im Gegenteil: Sie grenzen an Tierquälerei. Gemeinsam mit seiner Frau hat Robert Stangl es sich deswegen zur Lebensaufgabe gemacht, Tieren in Not zu helfen. Er selbst verpflegt privat zirka 50 Papageien (vom Sittich bis zum Ara) und das Schutzzentrum in Wien, welches österreichweit das einzige Tierheim für Papageien darstellt, beherbergt über 200 Vögel. Der Verein lebt von freien Geld- und Sachspenden sowie von der Arbeit ehrenamtlicher Mitarbeiter:innen und freut sich über jede Unterstützung.

Die Schüler:innen der 1B erfuhren  vom Papageien-Experten: „Papageien sind eigentlich keine Haustiere. Sie leben in großen Sozialverbänden, haben die kognitiven Fähigkeiten eines Kleinkindes und können zudem ein sehr hohes Alter – manche Arten bis zu 80 Jahre – erreichen. Demzufolge stellen Einzelhaltung, Unterforderung und Abgabe eine große Belastung für die Tiere dar.

Vögel, die in der ARGE Papageienschutz landen, sind oftmals beschlagnahmte Tiere aus äußerst prekären Haltungsbedingungen. Sie sind psychisch krank, verletzen sich selbst, indem sie sich rupfen, und benötigen dringend fürsorgliche Menschen, die sich ihrer annehmen. Zudem brauchen sie ausreichend Platz zum Fliegen, am besten in großen Vogelvolieren, und passende Artgenossen, mit denen sie vergesellschaftet werden können. Diese wunderschönen und faszinierenden Tiere müssen mehr Wertschätzung erfahren und haben ein würdevolles, ihren Bedürfnissen entsprechendes Zuhause verdient – im besten Falle ist das ein Leben in Freiheit in einer intakten Natur!“

Ein besonderes Highlight für die junge Zuhörerschaft war der gefiederte Assistent, den der Experte in einem speziellen Rucksack zu seinem Vortrag mitgebracht hatte: Der wunderschöne, zutrauliche Goffin-Kakadu zog alle Blicke auf sich und ließ sich von interessierten Schüler:innen sogar streicheln und halten.

SLI / HUB