Forschendes Lernen im Wahlpflichtfach Geschichte und Politische Bildung
Im September 2024 starteten zehn Schüler:innen gemeinsam mit Prof. Herbert Brettl das Wahlpflichtfach Geschichte und Politische Bildung. Unter der Leitidee „Lernen an historischen Orten“ wurde ein handlungsorientierter Unterricht umgesetzt, bei dem das selbstständige Erleben, Erkennen und Erforschen im Mittelpunkt stand. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Sensibilisierung für historische Orte, regionale Gegebenheiten sowie deren historische und gesellschaftliche Kontextualisierung.

Mit April 2026 fand das Projekt „Forschendes Lernen an historischen Orten“ seinen Abschluss, wodurch nun ein umfassendes Resümee gezogen werden kann. Während der zweijährigen Projektphase setzten sich die Schüler:innen intensiv mit unterschiedlichen historischen Themen auseinander und erhielten die Möglichkeit, Geschichte unmittelbar vor Ort zu erleben und kritisch zu reflektieren.
Die Projekttage in Auschwitz-Birkenau und Krakau zählten zu den prägendsten Erfahrungen des Projekts und ermöglichten den Teilnehmer:innen eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus, dem Holocaust und der Bedeutung von Erinnerungskultur. Darüber hinaus beschäftigte sich die Gruppe mit zahlreichen weiteren historischen Themenfeldern. Im Haus der Geschichte Österreich wurde etwa „Österreich in der Zwischenkriegszeit“ erforscht, während in der Hofburg und der Schatzkammer das feudale Leben der Habsburger im Mittelpunkt stand.

Mit dem Themenbereich „NS-Terror“ setzten sich die Schüler:innen auch am Lern- und Gedenkort Mauthausen auseinander. In der Stadt Neusiedl am See wurden zudem „Erinnerungszeichen“ erforscht, während am Truppenübungsplatz Bruckneudorf Einblicke in die Aufgaben und Strukturen des österreichischen Bundesheeres ermöglicht wurden. Weitere Programmpunkte waren das 27er Haus in Schattendorf zum Thema „Die Schüsse von Schattendorf“, der Pan-Europa-Picknick-Park mit dem Schwerpunkt „Der Fall des Eisernen Vorhangs“ sowie die Brücke von Andau, an der Flucht und Fluchthilfe während des Kalten Krieges behandelt wurden.
Auch regionale Geschichte spielte eine bedeutende Rolle. Im Rahmen eines Vortrags in der Kaserne Eisenstadt wurde „Eisenstadt im Zweiten Weltkrieg“ behandelt. Gemeinsam mit einer Partnerschule in Bratislava untersuchten die Schüler:innen außerdem den Wandel des Grenzraumes Kittsee. Ergänzend dazu analysierten die Schüler:innen die Filme „Murer – Anatomie eines Prozesses“ sowie „Ruth Maier – die Anne Frank von Österreich“, wodurch historische Inhalte zusätzlich aus filmischer und gesellschaftspolitischer Perspektive reflektiert werden konnten.
Das Projekt machte deutlich, welchen Wert die direkte Auseinandersetzung mit historischen Orten und Quellen für das historische Lernen hat. Den Schüler:innen wurde dabei nicht nur theoretisches Wissen vermittelt, sondern auch die Möglichkeit gegeben, Geschichte unmittelbar zu erleben, kritisch zu reflektieren und Zusammenhänge besser zu verstehen.
BRH / PII














