Exkursion zur Brücke von Andau
Anlässlich des 70. Jahrestages der Ungarnflucht fand am 17. Oktober 2026 an der Brücke von Andau eine Gedenkfeier statt. Der historisch bedeutsame Ort erinnert an die Flucht von mehr als 180.000 Ungar:innen, die in den Jahren 1956 und 1957 ihre Heimat verließen und in Österreich Zuflucht suchten.
Im Rahmen des Gedenkjahres wurde auch die Freiluftausstellung „Neun Fußstapfen, neun Schicksale“ eröffnet, für deren Konzeption Prof. Herbert Brettl verantwortlich zeichnet. Sie beleuchtet anhand persönlicher Lebensgeschichten die Ereignisse von 1956 aus unterschiedlichen Perspektiven. Die neun Fußstapfen symbolisieren, wie wenige Schritte über eine Grenze das Leben eines Menschen grundlegend verändern können. Das begleitende pädagogische Vermittlungskonzept wurde von Studierenden der PPH Burgenland unter der Leitung von Dr. Ute Leonhardt entwickelt.
Am 20. Oktober 2026 unternahmen die Teilnehmer:innen des Wahlpflichtfaches „Geschichte – Lernen an historischen Orten“ eine Exkursion zur Brücke von Andau und erkundeten als erste Schüler:innengruppe die neue Ausstellung. Prof. Brettl erläuterte die Informationstafeln und vermittelte seiner Wahlpflichtfachgruppe Einblicke in die Geschichte der Ungarnflucht.
Anschließend bearbeiteten die Schüler:innen unterschiedliche Arbeitsaufträge, deren Ergebnisse gemeinsam besprochen wurden. Beim ersten Praxistest des Rollenspiels an den neu gestalteten Fußstapfen versetzten sich einige Teilnehmer:innen in die Lage der in der Ausstellung vorgestellten Zeitzeug:innen.
Der Lehrausgang bot der Wahlpflichtfachgruppe die Gelegenheit, sich unmittelbar an einem historischen Schauplatz mit den Ereignissen des Jahres 1956 auseinanderzusetzen. Besonders die persönlichen Schicksale und der Perspektivenwechsel im Rollenspiel machten die Geschichte greifbar und regten dazu an, über die Bedeutung von Freiheit, Flucht und Hilfsbereitschaft nachzudenken – Themen, die auch heute nichts an Aktualität verloren haben.
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