Europäische Begegnungen bei der ersten Erasmus+ -Gruppenmobilität
Das Schuljahr 2026/27 hatte gerade erst begonnen, als die Klasse 7A mit ihrer Klassenvorständin Prof. Angela Geritzer und ihrer Französischlehrerin Prof. Elisabeth Ladich bereits zu einer Kulturreise nach Brüssel aufbrach. Diese Gruppenmobilität bildete die Fortsetzung des eTwinning-Projekts „UE – unis, mais extra“ („EU – vereint, aber unterschiedlich“), das die Jugendlichen im Vorjahr gemeinsam mit ihren Partnerschüler:innen aus Bordeaux in Frankreich, Montesilvano in Italien und Deggendorf in Deutschland durchgeführt hatten.
Im Mittelpunkt des Projekts waren die Geschichte der Europäischen Union und ihre verschiedenen Institutionen gestanden. Darüber hinaus hatten die Schüler:innen Präsentationen zu ausgewählten Sehenswürdigkeiten Brüssels erstellt, die sie ihren Partnerschüler:innen anschließend vorgestellt hatten.
Am 16. September 2026 war es schließlich so weit: Die Neusiedler Gymnasiast:innen lernten in Brüssel erstmals ihre Partnerschüler:innen aus Deggendorf persönlich kennen. Da beide Gruppen im selben Hotel untergebracht waren, bot sich von Beginn an viel Gelegenheit zum Austausch. Gemeinsam erkundeten die Jugendlichen in Gruppen die Brüsseler Altstadt und ließen den ersten Tag bei einem Abendessen im Restaurant B!G Mamma ausklingen. Dort konnten sie erste Brüsseler Spezialitäten probieren und einander in entspannter Atmosphäre näher kennenlernen.

Tags darauf stand zunächst das Europäische Parlament auf dem Programm. Nach einem Vortrag über die verschiedenen EU-Institutionen durften die Neusiedler und Deggendorfer Gymnasiast:innen auf der Zuschauertribüne Platz nehmen und den beeindruckenden Plenarsaal aus nächster Nähe erleben. Am Nachmittag besuchten die Jugendlichen mit dem Atomium eines der bekanntesten Wahrzeichen Brüssels. Das imposante Bauwerk beeindruckte vor allem von außen, während die Ausstellungen in den einzelnen Kugeln eher spärlich ausfielen.
Eine besondere Erfahrung bot auch das gemeinsame Abendessen im Restaurant BelMundo. Dort arbeiten Mitarbeiter:innen, denen der Einstieg in den Arbeitsmarkt bisher noch nicht gelungen ist, und auf den Tisch kommt unter anderem selbst angebautes Bio-Gemüse. Auch bei der Einrichtung setzt das Restaurant auf Nachhaltigkeit: Teile des Innenraums wurden aus recycelten Paletten gestaltet, und Zero Waste gehört zu den erklärten Zielen des Betriebs – ein Ansatz, der auch den Zielsetzungen der Klimaschule Gymnasium Neusiedl entspricht. Bei so viel gelebter Nachhaltigkeit musste man schließlich auch einen kleinen Wurm im Salat akzeptieren …
Am 18. September besuchten die Jugendlichen zunächst das Parlamentarium, eine interaktive und immersive Ausstellung rund um die Europäische Union. Anschließend lernten sie Brüssel von seiner kulinarischen Seite kennen: Im Frietmuseum verkosteten die Schüler:innen verschiedene Sorten Pommes frites mit unterschiedlichsten Saucen, bevor sie in der Choco Story Brussels Einblicke in die Herstellung und Geschichte der Schokolade erhielten. Kostproben der berühmten Brüsseler Pralinen durften dabei natürlich nicht fehlen. Den gelungenen Abschluss des Tages bildeten ein Spaziergang durch die Brüsseler Innenstadt bei Nacht und eine Fahrt mit dem Riesenrad The View.
Am letzten Tag der Kulturreise, dem 19. September, besuchten die Schüler:innen das Haus der Europäischen Geschichte. Mithilfe von Multimedia-Guides erkundeten sie in Gruppen die Ausstellung „Entdecke die EU in 12 Schritten“ und setzten sich mit deren Inhalten auseinander. Für die zahlreichen Ausstellungen auf insgesamt sechs Etagen blieb allerdings nicht genügend Zeit, sodass die Jugendlichen nur einen Teil des umfangreichen Angebots kennenlernen konnten.
Danach hieß es Abschied nehmen: Während die Neusiedler Gymnasiast:innen mit dem Flugzeug die Heimreise antraten, fuhren die Deggendorfer Schüler:innen mit der Bahn zurück nach Deutschland. Die während der Kulturreise gesammelten Erfahrungen und erworbenen Kenntnisse werden im Laufe des ersten Semesters mittels eTwinning weiter aufgearbeitet, ausgetauscht und miteinander verglichen. Erste Ergebnisse werden schon bald beim EU-Stand vor der Schulbibliothek zu sehen sein.
Schon jetzt lässt sich festhalten, dass die erste Erasmus+-Gruppenmobilität des Gymnasiums Neusiedl ein voller Erfolg war: Die Schüler:innen konnten ihr Wissen vertiefen, neue Kompetenzen erwerben und zugleich Freundschaften mit Gleichaltrigen aus anderen EU-Ländern schließen. Als Anerkennung für ihre Leistungen erhalten alle Jugendlichen einen Eintrag in den Europass, der ihnen auch bei späteren Bewerbungen innerhalb der EU von Nutzen sein kann. „Unis, mais extra“ – „vereint, aber unterschiedlich“ wird den Teilnehmer:innen daher sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben – auch wenn sich manche von ihnen von den Anstrengungen der ereignisreichen Tage wohl erst einmal erholen müssen.
LAD / HUB


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