Neue Zugänge zu antiken Texten durch digitale Werkzeuge

Dass moderne Technologien und altsprachlicher Unterricht sich keineswegs ausschließen, konnten in den vergangenen Wochen Latein-Schüler:innen der gymnasialen Oberstufe feststellen. Gemeinsam mit Prof. Tobias Benkovits (5AL) und Prof. Benjamin Schuler (7A) erprobten sie den Einsatz von künstlicher Intelligenz bei der Auseinandersetzung mit antiken Inhalten und reflektierten deren Möglichkeiten und Grenzen.

Die 5AL, die sich zuvor ausführlich mit Texten zu Alexander dem Großen und Hannibal beschäftigt hatte, nutzte dabei Microsoft Copilot, um die beiden Feldherren in Form von KI-Agenten zum Leben zu erwecken: Auf Grundlage der im Unterricht erarbeiteten Inhalte statteten die Schüler:innen ihren Agenten zunächst mit Informationen zu Leben und Charakter der antiken Persönlichkeit aus, um anschließend angeregte und äußerst lebendige Unterhaltungen mit Alexander und Hannibal führen zu können.

Die Schüler:innen der 7A hingegen, die Ovids Text zum Raub der Europa übersetzt hatten, nutzten KI-gestützte Bildgenerierung, um auf dieser Grundlage individuelle Europa-Karikaturen zu erstellen. Diese wurden anschließend im Unterricht präsentiert und analysiert. Auch hier erwiesen sich die Ergebnisse als vielfältig und originell – sie reichten von humorvollen bis hin zu kritischen Darstellungen.

In beiden Klassen gab es am Ende eine Reflexionsphase, in der die Schüler:innen über Vor- und Nachteile der KI-Tools diskutierten und einander von ihren Erfahrungen und (Miss-)Erfolgen bei der Arbeit damit berichteten. Deutlich wurde dabei, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Lateinunterricht neue Möglichkeiten eröffnen und zugleich einen Beitrag zu einem reflektierten, fachlich fundierten Umgang mit KI leisten kann.

BET / HUB