Der Vorlesetag als aktives Leseerlebnis
Lesen, zuhören, erleben: Am Donnerstag, dem 26. März 2026, stand am Gymnasium Neusiedl am See alles im Zeichen des Vorlesens. Der österreichweite Vorlesetag brachte einmal mehr Bewegung in den Schulalltag – und zeigte, wie vielfältig der Zugang zu Texten sein kann. Mit großem Engagement seitens der Lehrpersonen und reger Beteiligung der Schüler:innen wurde der Tag zu einem lebendigen Beitrag für eine Kultur des Lesens.

Die Initiative des Bildungsministeriums verfolgt ein klares Ziel: Lesen soll nicht nur als schulische Pflicht wahrgenommen werden, sondern als Schlüssel zu Fantasie, Wissen und Ausdruck. Ob selbst gelesen oder vorgelesen – Geschichten eröffnen neue Perspektiven und stärken ganz nebenbei die Sprachkompetenz.
Auch an unserem Gymnasium spiegelte sich diese Vielfalt wider: In der Oberstufe reichte die Bandbreite von fremdsprachigen Texten – etwa Auszügen aus Don Quijote oder französischer Literatur – bis hin zur Arbeit mit aktuellen Zeitungsartikeln im Lateinunterricht, in denen das geopolitische und europapolitische Geschehen thematisiert wurde. In der Unterstufe wurden mithilfe von Sachbüchern Themen wie Gladiatoren, Mumien und Wikinger vertieft.
Ein besonderer Schwerpunkt lag an diesem 26. März jedoch auf der Klasse 1A. Für sie gestalteten Bibliothekar Prof. Benjamin Schuler und Administratorin Prof. Ulrike Lercher einen abwechslungsreichen Vormittag, der den Vorlesetag aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln erlebbar machte. Wie dieser Tag ablief, schildern die Schüler:innen selbst:
„In der ersten Stunde hatten wir zuerst Deutsch-Schularbeit bei Frau Prof. Huber, aber danach fing schon das ‚Erlebnis Vorlesetag‘ an. In der zweiten Stunde trafen wir die Klasse 6D. Mit ihr führten wir das Lesetheater „Wasser brauchen wir alle“ (aus dem Buch „Lesen, entdecken, Klima checken!“ von Hannes Wirlinger) in kleinen Teams auf. Das fanden wir sehr cool, weil jede Gruppe einen ganz anderen Zugang zu dem Thema hatte.
In der nächsten Stunde kam wieder Prof. Huber zu uns, die uns zuvor gebeten hatte, ein Bilderbuch aus der Zeit mitzubringen, als uns zuhause von unseren Eltern noch vorgelesen wurde. In unserer großen Klassenrunde stellten wir unsere Bücher vor. Weil danach nicht mehr viel Zeit war, entschieden wir uns beim Vorleseteil für ein sehr kurzes Bilderbuch: Unser Klassenkamerad Andi las uns „Die kleine Raupe Nimmersatt“ vor.
Nach der großen Pause ging es weiter, wieder mit Schüler:innen aus der Oberstufe: Wir trafen die 5B und aufgrund der gleichen Anzahl fand sich jeweils ein Lesebuddy für jede:n von uns. Im Lesetandem – eine Seite ich, eine Seite du – lasen wir als Paare die ganze vierte Stunde durch.
Zum Abschluss gab es noch eine kleine Erholung mit der Klasse 4A: Die Schüler:innen lasen uns aus unterschiedlichsten Büchern aus der Bibliothek vor, während wir unserer Fantasie beim Zeichnen freien Lauf lassen konnten. Das war ein erlebnisreicher und lesereicher Tag!“

Der Vorlesetag machte wieder deutlich, dass Lesen weit mehr sein kann als stilles Arbeiten mit einem Buch. In Begegnungen zwischen den Klassen, im gemeinsamen Lesen oder im kreativen Umgang mit Texten wurde Literatur an diesem Tag lebendig – und genau darin liegt die besondere Stärke dieser Initiative.
SUB / HUB




















