Zwei Wahlpflichtfachgruppen auf den Spuren von Medizin, Monarchie und Zeitgeschichte in Wien

Die Wahlpflichtfachgruppe Biologie der 7. Klassen besuchte am 11. Dezember 2025 mit Prof. Andrea Horvath die pathologisch-anatomische Sammlung des Naturhistorischen Museums im Narrenturm auf dem Gelände des Universitätscampus (AKH). Ursprünglich war die Einrichtung ausschließlich als Lehr- und Studienort für angehende Mediziner:innen gedacht. Heute ist sie teilweise auch für ein breiteres Publikum geöffnet.

Bei dem Lehrausgang erhielten die Schüler:innen einen umfassenden Überblick über die Geschichte der Medizin und der Krankheitsforschung. Anhand historischer Präparate erfuhren sie, wie sich unterschiedliche Krankheiten auf den menschlichen Körper auswirken und wie Ärzt:innen früher Diagnosen stellten. Die Ausstellung vermittelte ein vertieftes Verständnis für Anatomie und Pathologie. Dabei wurde deutlich, wie wichtig wissenschaftliche Dokumentation und sorgfältige Beobachtung für medizinische Fortschritte sind.

Zwei Programmpunkte führten die Wahlpflichtfachgruppe Geschichte der 7. Klassen am 27. Jänner 2026 mit Prof. Herbert Brettl nach Wien. Zunächst ging es direkt an einen historischen Ort: Bei der Führung durch die Kaisergruft konnten die Schüler:innen vertieft die Geschichte der Habsburgerdynastie und ihre jahrhundertelange Bedeutung für Österreich und Europa kennenlernen. Die Gruft dient seit dem 17. Jahrhundert als Begräbnisstätte der kaiserlichen Familie und veranschaulicht politische wie auch kulturelle Entwicklungen verschiedener Epochen. An den kunstvoll gestalteten Sarkophagen konnten die Jugendlichen erkennen, wie sich Stilrichtungen vom Barock bis in die Neuzeit veränderten. Die prunkvollen Grabmäler spiegeln Macht, Selbstverständnis und Repräsentationsbedürfnis der Monarchie wider.

Im zweiten Teil ihres Lehrausgangs besuchte die Wahlpflichtfachgruppe Geschichte die Ausstellung über Ruth Maier in der Krypta am Heldenplatz. Die Schüler:innen lernten das bewegende Schicksal der jungen Wiener Jüdin kennen, die 1939 vor dem Nationalsozialismus nach Norwegen fliehen musste und 1942 im Alter von 22 Jahren in Auschwitz ermordet wurde. Anhand von Tagebucheinträgen, Fotografien und biografischen Dokumenten erhielten die Jugendlichen einen Einblick in das Leben der „österreichischen Anne Frank“, deren Hoffnungen und Träume durch Ausgrenzung und Verfolgung zerstört wurden.

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