Demokratie, europäische Einheit, politische Beteiligung – nicht nur Schlagworte

Die 6. Klassen nahmen am 21. Oktober 2025 an dem interaktiven Spiel Demokratie & Du teil. Die rund 80 Schüler:innen setzten sich spielerisch und zugleich kritisch mit der Frage auseinander, wie eine Demokratie funktioniert – und was es bedeutet, wenn ihre Grundwerte verloren gehen.

Das Projekt „Demokratie & Du – Beteiligung braucht Vielfalt“ wurde von der Stiftung Foster Europe – Foundation for strong European Regions entwickelt und gemeinsam mit ECoD – European Capital of Democracy umgesetzt. Den Startschuss gab es im Juni 2025 im Gymnasium Neusiedl und seitdem wurden mit dem Projekt rund 1000 Schüler:innen erreicht. Das Demokratie-Spiel richtet sich vor allem an junge Menschen, die bisher nur wenig mit politischer Bildung in Kontakt gekommen sind.

Hier geht’s zum Bericht vom Juni:

Die Demokratie und du – Gymnasium Neusiedl: Ein Spiel schafft Bewusstsein

In einem für das Spiel festgelegten Szenario konnten die Jugendlichen hautnah miterleben, wie ein demokratisches System ins Wanken gerät. Der Direktor von Foster Europe, Mag. Stefan A. Lütgenau, höchstpersönlich erklärte die fiktive Ausgangslage: Die jungen Menschen befinden sich in einem Land, in dem nach einer Wahl keine regierungsfähige Koalition gebildet werden kann. Plötzlich erreicht sie die Nachricht eines Putsches – die Demokratie ist aufgehoben. In der Folge werden die meisten Grundrechte außer Kraft gesetzt und eine autoritäre, gewaltbereite Regierung übernimmt die Macht. „Internet und soziale Medien sind abgeschaltet, ihr wisst nicht, was zu Hause passiert, aber ihr wollt so schnell wie möglich dorthin zurück“, erklärte der Spielleiter.

Unter diesen schwierigen Bedingungen mussten die Jugendlichen nun ihre Heimreise organisieren – eine anspruchsvolle Aufgabe, bei der sie an mehreren Stationen im Team zusammenarbeiteten und Unterstützung vom Foster-Team erhielten. Besonders überzeugten die Schüler:innen durch ihre Fähigkeit, Fake News und manipulierte Bilder zu erkennen.

Das Rollenspiel endete mit der symbolischen Rückkehr der Jugendlichen in das Heimatland. Dort fand dann abschließend eine Wahl statt: Man konnte „Demokratie“ oder „Autokratie“ ankreuzen – die Stimmen wurden allerdings nicht ausgezählt und der Spielleiter konfrontierte die Jugendlichen mit einem eindeutig manipulierten Ergebnis: Wahlsieg für „Autokratie“! Ein letztes Mal war in diesem Spiel die Reaktion der verblüfften Teilnehmer:innen gefragt. Einige reagierten sofort lautstark mit Protest auf diese Ergebnisverkündung und rissen den Rest der Gruppe aus ihrer gedanklichen Starre. Abschlusstest bestanden!

Dass Themen wie Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte, politische Beteiligung beziehungsweise die Bedeutung der Europäischen Union durch Rollenspiele, Quizformate und digitale Tools wie Kahoot erfahrbar gemacht werden, ist das Besondere an diesem Spiel, das die Teilnehmer:innen beeindruckt zurückließ. Stellvertretend für seinen Jahrgang bestätigte Schulsprecher Tobias Seehaus in einem kurzen Interview die positive Resonanz der Jugendlichen.

Ein herzliches Dankeschön ergeht an Mag. Lütgenau und sein Team von Foster Europe! Die Jugendlichen wurden durch Ihr Spiel angeregt, darüber nachzudenken, welche Bedeutung ihre eigenen Rechte haben und welche Verantwortung jede:r Einzelne für das gesellschaftliche Miteinander trägt.

HUB

Fotos: Foster Europe / Andrea Glatzer (BezirksBlätter Burgenland) / HUB