Schüler:innen stellen sich im Weltklimaspiel globalen Herausforderungen

Für drei Tage wurde das Gymnasium Neusiedl erneut zum Schauplatz internationaler Verhandlungen: Von 15. bis 17. September 2026 nahmen 37 Schüler:innen der 7. und 8. Klassen im Rahmen des Wahlpflichtfachs Business Skills am „Weltklimaspiel“ teil. Als Staatschefs, Vertreter:innen von Industriekonzernen, NGOs oder zivilgesellschaftlichen Gruppen mussten sie Entscheidungen treffen, Interessen vertreten und auf die Folgen ihrer Handlungen reagieren.

Unter der Leitung von Prof. Franz Wohlfart und Prof. Katrin Göltl beschäftigten sich die Jugendlichen insgesamt 21 Stunden lang intensiv mit einer der großen Herausforderungen unserer Zeit. Das mehrfach ausgezeichnete Planspiel macht komplexe wirtschaftliche, politische, gesellschaftliche und ökologische Zusammenhänge rund um den Klimawandel unmittelbar erfahrbar.

Verhandeln, entscheiden, Konsequenzen erleben

Im Mittelpunkt stand dabei nicht das bloße Vermitteln von Wissen. Die Schüler:innen mussten Informationen bewerten, unterschiedliche Interessen berücksichtigen, Strategien entwickeln, miteinander verhandeln und auf immer neue Entwicklungen reagieren.

Dabei wurde rasch deutlich, wie eng wirtschaftliche Entscheidungen, politische Interessen, gesellschaftliche Entwicklungen und Klimaschutz miteinander verknüpft sind.

Gerade diese aktive Auseinandersetzung entspricht auch einem Schwerpunkt der Unterrichtsentwicklung am Gymnasium Neusiedl: der kognitiven Aktivierung. Die Jugendlichen erhielten keine fertigen Lösungen, sondern waren gefordert, selbstständig zu denken, Zusammenhänge herzustellen, Entscheidungen zu begründen und gemeinsam Lösungswege zu entwickeln. Teamarbeit, Diskussionen und das Ringen um Kompromisse gehörten daher ebenso zum Spiel wie das Nachdenken über die Auswirkungen des eigenen Handelns. Schon bei der ersten Durchführung hatte sich diese intensive Zusammenarbeit als wesentlicher Bestandteil des Projekts erwiesen.

Vom Projekt zum festen Bestandteil des Unterrichts

Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Schuljahr soll das Weltklimaspiel am Gymnasium Neusiedl nun einen weiteren Schritt machen: Es soll in den Lehrplan der Schule integriert und künftig auch für andere Klassen und Unterrichtsfächer angeboten werden. Besonders in Geografie und wirtschaftlicher Bildung sowie Biologie bieten sich zahlreiche Anknüpfungspunkte, doch gerade der fächerübergreifende Charakter macht einen besonderen Reiz des Planspiels aus.

Damit entwickelt sich das Weltklimaspiel von einem einzelnen Projekt zu einem Lernformat, das langfristig im Unterricht verankert werden kann. Es verbindet fachliches Wissen mit eigenständigem Denken, Zusammenarbeit und der Fähigkeit, komplexe Probleme aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten – und zeigt den Schüler:innen zugleich, dass globale Herausforderungen keine einfachen Lösungen kennen.

HUB / WOF