Heuer fand angeregt und organisiert vom Psychosozialem Dienst, zum ersten Mal nach langer Zeit wieder eine Veranstaltung für unsere Lehrer statt. Da das Interesse groß war,12 Kollegen meldeten sich dafür, konnte dies sogar in der Schule veranstaltet werden.

Frau Dr. Falbesoner zeigte anschaulich und einfach, dass Drogenprävention viel einfacher ist als alle dachten..
Die Wege zur Suchtentstehung haben bestimmte  Faktoren, die in der Prävention eine große Rolle spielen:
1)    der Gebrauch: es ist wichtig ob die Droge auch verfügbar ist, vielleicht hat sogar der Arzt etwas verschrieben, was sich ähnlich auswirkt oder die Freundesgruppe animiert zum Gebrauch.
2)    Der Genuss: darunter versteht man etwas ohne Zwang mit Wohlgefühl zu tun. Jeder von uns kennt solche Genüsse und kann jederzeit damit aufhören.    
3)    Die Gewohnheit: dies bedeutet z.B.: immer zur selben Zeit seinen Kaffee mit der Zigarette zu sich zu nehmen. Wenn man das nicht hat fehlt es uns.
4)    Der Missbrauch: hierbei stellten wir fest, dass von ersten Gedankengut dies eigentlich sehr positiv besetzt klingt: wie Unangenehmes verschieben, verstärkte Gefühle, gesteigertes Selbstwertgefühl, die Probleme sind nicht mehr spürbar und so weiter, jedoch wenn die Wirkung der Droge vorbei ist, werden all diese Punkte negativ verstärkt wahrgenommen und ein neuerlicher Drogenkonsum wir nötig.

Besonders interessant fanden wir das Klaviermodell:
     Man hat vor sich eine Klaviatur, allerdings mit leeren Tasten von ca.10-15 Tasten.
     Auf diesen sollen nun Tätigkeiten aufgeschrieben werden, die für jeden Menschen
     persönlich bei Problemen helfen. Das kann Rauchen, Wein trinken, Musik hören,
    viel arbeiten, ein Entspannungsbad, darüber schlafen und noch vieles Anderes sein.
Je mehr Tasten gefüllt sind, desto bessere Problemlösungsmöglichkeiten hat man.
Dies bewirkt -  „nein“ sagen können
-    ein positives Selbstbild und einen Selbstwirksamkeitsglauben
-    Kontaktfreudigkeit
-    Gefühle ausdrücken können
Also insgesamt eine sehr verbesserte Problemlösungsstrategie. Diese Dinge sind auch leicht im Schulalltag anwendbar und eine gute Prävention im Falle von Suchtgefahr. Die Schule kann indirekt so auf das Umfeld Einfluss nehmen.

 Frau Dr. Falbesoner zeigte uns die Schulprogramme. Für die ersten und zweiten Klassen gibt es ALF. Mittels Unterrichtsunterlagen zu speziellen Themen werden spielerisch zu den oben genannten Faktoren von den Schüler Szenen dargestellt und diskutiert. Dies soll das Selbstwertgefühl stärken und Sicherheit geben, seine Meinung zu vertreten.

Weiters gibt es“ Step by Step“ ein Programm für die Unterstufe und „feel ok“ für die Oberstufe.

Besonders das Letztere scheint sehr interessant, weil es individuell auf jeden Benutzer eingeht und anonym bleibt. Es bietet  Lösungsmöglichkeiten für Konsumenten als auch Nichtkonsumenten von Drogen in vielen Themenbereichen.

Durch den lebendigen Vortrag von Frau Dr. Falbesoner und unsere regen Disskusionen verflog die Zeit und es war uns fast zu kurz. Es war seit langem ein Seminar, bei dem wir das Gefühl hatten, auch viel persönlich zu profitieren.

Ein Bericht von Inge Icelly