Werner J. Egli - Buchautor und Abenteurer

Mittwoch, der 15.11. 2006 war für die 3. Klassen des Gymnasiums Neusiedl ein besonderer Tag, denn der Autor Werner J. Egli war aus der Schweiz angereist, um die SchülerInnen zum Lesen zu motivieren.
Die 3. Klassen hatten – wie schon des Öfteren – die Möglichkeit, den Autor und sein Werk persönlich kennen zu lernen. Sie waren begeistert von dem lustigen und „coolen“ Typ, der von sich selbst sagt:
“Geboren wurde ich am 5. April 1943 in Luzern. Meine Eltern glaubten, ich sei ein begnadeter Junge mit unwahrscheinlichen Talenten. Als ich 13 wurde, sollte ich den ersten Roman schreiben. Nach drei Kapiteln hatte ich keinen Bock mehr. Erst später, als ich mit meiner Freundin Paula und dem Halbwolf Dusty in Amerika "on the road" war und die Kohle knapp wurde, habe ich wieder zu schreiben angefangen und nicht mehr aufgehört. Meine ersten Bücher waren zwei historische Romane für Erwachsene. Danach schrieb ich eine autobiografische Road Story mit dem Titel "Heul doch den Mond an". Sie wurde zu meinem magischen Buch und im Laufe der Zeit zu meiner Visitenkarte.“
Diese Story fand eine Fortsetzung unter dem Titel „ San Antonio Blues“. Für diese beiden Bücher gibt der Autor folgende Garantie: Wer diese aufschlägt, legt sie nicht mehr aus der Hand, bis sie ausgelesen sind.
Werner J. Egli ist viel in der Welt herumgereist, vor allem durch die USA. Fast alle seiner Bücher hat der Autor in Arizona geschrieben, wohin er vor mehr als 20 Jahren aufgebrochen war, um sich einen Jugendtraum zu erfüllen, nämlich Cowboy zu werden. Er kennt die amerikanische Geschichte und die Orte, an welchen er seine Romane angesiedelt hat, sehr genau. So etwa hat er längere Zeit mit Indianerstämmen gelebt, regelmäßig Ausflüge in die Wildnis gemacht und ständigen Kontakt mit Jugendlichen gepflegt. Somit hat er zahlreiche Erfahrungen sammeln können, aus denen er die Geschichten schöpft.
Inzwischen sind über 60 Romane und Kurzgeschichten erschienen. Neben renommierten Auszeichnungen in Deutschland, dem UNESCO-Preis, dem Züricher Kinderbuchpreis und regelmäßigen Platzierungen auf den Bestsellerlisten wurden Eglis Bücher in 13 Sprachen übersetzt.
Ein herausragendes Ereignis waren für den Autor auch die Lesungen im ehemaligen KZ Mauthausen in Oberösterreich im Frühjahr 2006. Er hat aus seinem Buch „Irgendwo am Rande der Nacht“ gelesen, in dem es um Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit geht. Mit seinen Texten hat er versucht, ein Bindeglied zwischen einer schrecklichen Vergangenheit und einer Gegenwart herzustellen, in der noch immer gnadenlos gefoltert und getötet wird. (Dieses Buch gibt es inzwischen als Schullesebuch bei Klett.)
Nun ist er wieder auf Tour, und zwar mit seinen neuesten Jugendbüchern „Der letzte Kampf des Tigers“ und „Im Bannkreis des Grünen Jaguars“.
Von seiner Erwachsenenlektüre ist „Without A Horse“ der aktuellste Roman. Er wird im Dezember 2006 erscheinen und handelt von Hass und Liebe einer jungen Frau aus Deutschland, die illegal in die USA einreist, um den Mann umzubringen, den sie für den grausamen Tod ihres Bruders in einem geheimen Gefängnis verantwortlich macht.
Dem Autor Werner J. Egli ist es in Kürze gelungen, die SchülerInnen und BegleitlehrerInnen der 3. Klassen mit seinen ernsten und vor allem lustigen Geschichten in seinen Bann zu ziehen. Besonders die Paula-Story ließ kein Auge trocken und am Ende der Lesung, die für alle viel zu schnell verging, gab es stürmischen Applaus und Zugabe-Rufe. Der Autor, der sich im Gymnasium sehr wohl gefühlt hat, bedankte sich mit Autogrammkarten und persönlichen Widmungen für besonders lesemotivierte SchülerInnen.
Wer nun Lust zum Lesen bekommen hat, sollte rasch in die Bibliothek eilen, wo - wie immer nach einer Lesung - die Werke des Autors auf dem Büchertisch zur Entlehnung bereitstehen. Und es sollten (von den Indsidern, nämlich den 3. Klassen) nicht nur bestimmte Seiten aus dem Jugendroman „Aus den Augen, voll im Sinn“ nachgelesen werden!!

Vergnügliche und spannende Lesestunden wünscht die Bibliothekarin Mag. Edith Pinter!

P.S.: Weitere Informationen über den Autor gibt es unter: www.egli-online.com

Ein Bericht von Mag. Edith Pinter.